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Eine der wichtigsten Aufgabengebiete des Islamischen Wissenschafts- und Bildungsinstituts (IWB) ist die Fortbildung. Dabei ist das Gebiet der Fortbildungsangebote sehr weit.
Es erstreckt sich auf die Bereiche
- Schule
- Kindergarten
- Moschee
- Kirche
- Öffentlicher Dienst (z.B. "Kultursensible Pfelege" für Krankenhäuser)
Ort:
Bis zur Gründung des IWB war es die Regel, das muslimische ReferentInnen von anderen Institutionen eingeladen wurden und die Fortbildung entweder in den Räumlichkeiten der jeweiligen Institutionen oder in Moscheen, die dafür geeignet waren, stattfand. Seit 2003 können auch im IWB Seminare stattfinden und muslimische ReferentInnen sind nicht mehr nur Gäste, sondern selbst Veranstalter. Natürlich werden neben den eigenen Veranstaltungen des IWB auch weiterhin gemeinsame Veranstaltungen mit etwa christlichen und staatlichen Einrichtungen stattfinden.
Kosten:
Die Fortbildungsseminare sind mit Kosten verbunden. Die Kosten (etwa für ReferentInnen, Fahrten oder Fortbildungsmaterial) ergeben sich aus dem Umfang, den Ort sowie an der Teilnehmerzahl einer Veranstaltung. Die Honorarkosten belaufen sich in der Regel auf 200,00 Euro, bei Ganztagsveranstaltungen auf 300,00 Euro (immer plus Fahrtkosten).
Schule
In Hamburg existieren Schulen oder Schulklassen mit einem Anteil von teilweise über 50% muslimischen Schülern. Da sich die Gesellschaft wandelt, müssen auch Schulen diesen Wandel bei ihrer pädagogischen Arbeit berücksichtigen. Es gibt LehrerInnen, die während ihrer universitären Ausbildung nicht ausreichend auf gewisse Situationen vorbereitet wurden. So kommt es vor, dass in Klassen, wo z.B. ein evangelisch verantworteter Religionsunterricht stattfindet, mehr muslimische SchülerInnen sitzen als christliche. Wie soll in einer solchen Situation oder generell in pluralistisch zusammengesetzten Klassen unterrichtet werden? Was ist insbesondere bei muslimischen SchülerInnen zu beachten? Wie können LehrerInnen „islamische“ Themen, die sie in ihrer Ausbildungsphase nicht gelernt haben, in den Unterricht mit einbeziehen? Um diese und andere Fragen beantworten zu können, brauchen LehrerInnen regelmäßig Beratung und Fortbildungsseminare. Da das IWB eine Bildungseinrichtung ist, die die Bildungsarbeit in Familien, Moscheen, Kindergärten und Schulen fördern will, macht sie auch Angebote für LehrerInnen. Das IWB möchte damit die Arbeit der LehrerInnen unterstützen. Diese soll vor allem durch folgende Angebote geschehen:
a) Lehrerberatung b) IWB Lernwerkstatt c) Fortbildung
Die Islam-Lehrerberatung, die seit 2000 erstmals in Hamburg im Pädagogisch-Theologischen Institut – das ist eine Einrichtung der Nordelbischen Kirche – angeboten wurde, wird nun auch im IWB angeboten. Dabei sollen die MitarbeiterInnen des IWB einerseits auf die Fragen der LehrerInnen zum Islam eingehen und andererseits diese bei der Gestaltung ihres Unterrichts unterstützen. Dies kann einerseits dadurch geschehen, indem sie ihnen bei der Zusammenstellung des Unterrichtsmaterials behilflich sind und andererseits dadurch, dass sie ihnen die IWB-Lernwerkstatt zur Verfügung stellen, so dass die LehrerInnen ihr Material selbständig zusammenstellen können (siehe auch die Broschüre: „IWB-Lernwerkstatt“).
Eine Beratung beinhaltet auch die Möglichkeit von Konfliktlösungen zwischen Lehrerinnen und Eltern sowie LehrerInnen und SchülerInnen. Da die Islam-Fortbildung für LehrerInnen in Hamburg seit 1997 in Zusammenarbeit mit dem „Institut für Lehrerfortbildung“ und dem „Pädagogisch-Theologischen Institut“ organisiert wird, soll dies auch in Zukunft in Kooperation mit diesen geschehen. Falls Interesse besteht, ist jedoch die Organisation eines gesonderten Fortbildungsprogramms im IWB oder für die LehrerInnen einer bestimmten Schule möglich. Dabei wird vor allem auf drei Schwerpunkte geachtet:
a) Vermittlung von Grundkenntnissen;
- Was ist Islam?
- Was ist das „Gottes-, Offenbarungs- und Religionsverständnis“?
- Was ist der Koran?
- Mit welchen Ausprägungen des Islam haben wir es in Deutschland zu tun?
b) Vermittlung neuer Lehrmethoden und Herangehensweisen (Stichwort: Perspektivenwechsel);
- Wie gehen muslimische Wissenschaftler an den Islam heran?
- Welche Rahmenthemen bieten sich besonders für den Unterricht in den jeweiligen Schulstufen an und wie können sie aus islamischer Perspektive betrachtet werden?
- Koran als Schlüssel zum Verständnis des Islam und der Muslime: Wie kann mit dem Koran im Unterricht gearbeitet werden?
- Welche weiteren Hilfsquellen (z.B. Sunna) sind zum besseren Verständnis des Islam und der Muslime von Bedeutung?
c) Darreichung von Hilfsmitteln und Materialien für den Unterricht;
- Wie kann man einen Moscheebesuch vorbereiten und eine Moschee besichtigen?
- Welche brauchbaren Materialien existieren bereits zusätzlich zu den Lehrbüchern?
- Welche Quellen eignen sich besonders gut und welche überhaupt nicht?
Von zentraler Bedeutung ist hierbei der direkte Kontakt zu Muslimen, wobei zum Fortbildungsprogramm auch die Analyse der benutzen Schulbücher der jeweiligen Schulstufe sowie der „Besuch von Moscheen“ gehört.
Durch die Beratung und Fortbildung sollte die Zusammenarbeit von Elternhaus, Moschee, Kirche und Schule vorbereitet und kontinuierlich fortgesetzt werden, so dass sich diese Lernorte sinnvoll ergänzen können. Das IWB bietet sich auch für die Mitgestaltung von „Projektwochen“ an. Wir unterstützen die Schulen bei der Entwicklung neuer Ideen und eröffnen ihnen neue Möglichkeiten, so dass sie die Religion und Kultur albanischer, afghanischer, afrikanischer, arabischer, bosnischer, indonesischer, iranischer, kurdischer, pakistanischer und türkischer Muslime in Hamburg erkunden können.
Kindergarten
Der Anteil muslimischer Kinder in staatlichen oder privaten und kirchlichen Kindergärten variiert von Stadtteil zu Stadtteil. Auf das gesamte Bundesgebiet bezogen, ist ihr Anteil gering, da muslimische Eltern ihre Kinder in der Regel von Verwandten (z.B. Großeltern) betreuen lassen oder eine Tagesmutter aufsuchen. Ein Grund dafür ist, dass in den wenigsten Kindergärten ausreichend Rücksicht auf die religiösen und kulturellen Hintergründe der Kinder genommen wird. Dies betrifft vor allem die Ernährung (Muslime essen nur islamisch geschächtetes Fleisch, so wie Juden nur koscheres Fleisch essen und Hindus kein Rindfleisch). Daher bevorzugen muslimische Eltern – wenn überhaupt – vegetarische Kindergärten. Ein weiteres Problem sind die „religiösen“ Feste. Während von allen Weihnachten und Ostern als „kulturelles“ Ereignis gefeiert wird, lehnen viele Kindergärten die muslimischen Feiertage (Fest des Fastenbrechens und Opferfest) ab. So existiert bei einigen Eltern die Angst vor einer „Christianisierung“ oder vor Assimilation. Allerdings gibt es auch Einrichtungen, wo auf die Bedürfnisse der muslimischen Eltern und ihrer Kinder Rücksicht genommen wird. Häufig ist der Grund für diese Toleranz, das Engagement der Eltern selbst. Als eine sehr große Hilfe haben sich auch Fortbildungsseminare erwiesen. In diesen Seminaren werden KindergärtnerInnen über muslimische Erziehungsvorstellungen und die familiären und kulturellen Hintergründe der Muslime aufgeklärt. Des weiteren werden den Kindergärten Hilfsmittel und Materialien für die Arbeit mit einer multireligiösen Kindergruppe vermittelt. So existieren Materialien wie Kinderbücher, Hörspielkassetten, Bilder, Bastelmaterial (z.B. Moscheen) und verschiedene Gegenstände, von deren Vielfalt – vor allem kirchliche Einrichtungen – profitieren können. Des weiteren besteht die Möglichkeit, eine Moschee zu besuchen.
Die Fortbildung hat dabei folgende Inhalte und Ziele:
- Was sind die Erziehungsvorstellungen muslimischer Eltern?
- Worauf muss bei der Ernährung muslimischer Kinder geachtet werden?
- Wo liegen die Hauptkonfliktpunkte zwischen KindergärtnerInnen und Eltern?
- Wie kann man islamische Themen in die Kindergartenarbeit einbeziehen?
- Wie kann man islamische Feste im Kindergarten feiern?
- Worauf muss insbesondere bei multireligiös zusammengesetzten Einrichtungen und Gruppen, Rücksicht genommen werden?
Das IWB will neue Wege eröffnen und auch einen Beitrag für die Kindergartenpädagogik leisten. Sollten Kindergärten Rücksicht auf muslimische Bedürfnisse nehmen, wird es dem IWB auch leichter fallen, muslimische Eltern zu motivieren, ihre Kinder in einen Kindergarten zu schicken. Denn Bildung beginnt nicht erst in der Schule. Es ist für Kinder, deren Eltern zuhause nicht deutsch sprechen, von enormer Bedeutung, dass sie bereits vor der Schulzeit die deutsche Sprache lernen. Je später die deutsche Sprache erlernt wird, umso schwieriger wird es, die Defizite in der Schule aufzuholen. Des weiteren ist der Wert des sozialen Kontakts zu Kindern im gleichen Alter nicht genug hervorzuheben.
Falls – aufgrund des hohen Bedarfs – ähnlich wie bei den kirchlichen Einrichtungen, auch muslimisch getragene Kindergärten entstehen sollten, wird das IWB beim Aufbau und der Gestaltung der Erziehungskonzepte behilflich sein. Die Seminare werden ausgeschrieben und den Einrichtungen rechtzeitig für die Anmeldung mitgeteilt.
Moschee
In Moscheen sind für die religiösen Dienstleitungen Imame zuständig. Imame sind Lehrer und Vorbeter (für die täglichen fünf Gebetszeiten und für die Freitags- und Feiertagsgebete sowie für das Totengebet). Unter den in Deutschland tätigen Imamen befinden sich Imame, die Theologie, Religionswissenschaften, Arabische Literatur und Religionspädagogik studiert haben. In den Moscheen haben sie ein sehr breitgefächertes Tätigkeitsfeld. Sie müssen von Morgendämmerung bis spät in die Nacht, die fünf Gebete (Gebet der Morgendämmerung, Mittags-, Nachmittags-, Abend- und Nachtgebet) leiten. Sie unterrichten Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Lesen des Korans, führen Hochzeiten und Beerdigungen durch, halten an den Frei- und Feiertagen sowie an Wochenenden die Predigten, beraten die Gemeindemitglieder, organisieren die Pilgerfahrten nach Mekka, für die sie die Muslime schulen und auf der sie die Muslime als Hadschführer begleiten. Durch die in Deutschland entstehenden Aufgaben, die sich teilweise von denen in islamischen Ländern unterscheiden, sind die Imame jedoch manchmal mit Problemen konfrontiert, auf die sich nicht gut genug vorbereitet sind. Im Rahmen unserer Integrationsprojekte befindet sich daher auch ein Angebot für Imame. Was die Anstellung von Imamen in Moscheen anbetrifft, ist hier seit einigen Jahren ein Generationswechsel wahrzunehmen. Viele der Imame gehören jedoch noch der ersten Generation an bzw. stammen überwiegend aus dem Ausland. Da sie eine zentrale Rolle im religiösen Leben der muslimischen Gemeinden spielen und ihre Aufgaben sehr vielfältig sind, muss diesen Imamen entsprechend ihren Bedürfnissen geholfen werden.
a) Verbesserung der Deutschkenntnisse: In erster Linie wäre die Verbesserung der Deutschkenntnisse erforderlich, da die Zahl der deutschsprachigen Muslime steigt bzw. die zweite und dritte Generation der Muslime die deutsche Sprache besser beherrscht als jede andere Sprache. Um auch diese Generationen zu erreichen, müssen die Imame die deutsche Sprache erlernen. Eine weitere sehr wichtige Angelegenheit ist der Kontakt zur deutschsprachigen Gesellschaft und der Dialog mit anderen Religionen vor Ort. Dieser kann nur dann auf gleicher Ebene stattfinden, wenn auch die Imame der deutschen Sprache mächtig sind. Dadurch wären sie aber auch in der Lage, z.B. mit Lehrern, Pastoren etc. zu kommunizieren.
b) Integration der Imame in die deutsche Gesellschaft: Ein weiteres Angebot an die Imame ist die Integration in die deutsche Gesellschaft durch ein Fortbildungsprogramm, das sie in Kontakt mit ihrem gesellschaftlichen Umfeld bringt, zumal die Imame durch ihre Tätigkeit in den Moscheen häufig keinen oder nur selten Kontakt zur deutschen Gesellschaft haben. Im Rahmen dieses Fortbildungsprogramms sollen Imame ihre Kontakte zur deutschen Gesellschaft intensivieren. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die unter a) genannte Verbesserung der Sprachkenntnisse.
c) Vermittlung pädagogischer Kompetenzen: Die regelmäßigen Fortbildungsseminare sollen auch dazu dienen, den Imamen, die unter den Bedingungen der hiesigen Gesellschaft notwendigen pädagogischen Kompetenzen zu vermitteln, damit sie in der Lage sind, eine den aktuellen Bedürfnissen der muslimischen Kinder und Jugendlichen entsprechende Bildungsarbeit zu leisten. Für die Fortbildung werden neben den muslimischen Fortbildungsleitern Gastdozenten aus verschiedenen Bildungsinstituten eingeladen. Somit können die Imame Einblick in andere und neue Bildungsmodelle sowie -methoden bekommen.
Dabei spielt für sie die Dialogübung eine sehr zentrale Rolle. Nicht nur theoretische, sondern auch praktische Grundkenntnisse über die anderen Religionen sind dringend notwendig. Für den interreligiösen Dialog werden ReferentInnen aus den anderen Religionen eingeladen. Für den Dialog mit der deutschen Gesellschaft werden z.B. Nachbarn oder Freunde eingeladen und öffentliche Veranstaltungen organisiert.
Ein wichtiges Mittel der Integration wird neben dem Erlernen der deutschen Sprache, die praktische Arbeit sein. Zu dieser Arbeit gehört das regelmäßige Verfolgen der deutschen Medien (Tagesschau, Tageszeitungen etc.), um sich einerseits über aktuelle Themen zu informieren und andererseits einen engeren Bezug zur Gesellschaft herzustellen. Des weiteren wird eine freie Arbeit angeboten, in der die TeilnehmerInnen eigenständig und/oder in Gruppen arbeiten können. Zu dieser freien Arbeit gehört das Organisieren von Dialogveranstaltungen und die Teilnahme an Begegnungen solcher Art. Bei der Organisation von Angeboten für Imame ist das Institut auf die Zusammenarbeit mit Moscheen angewiesen. Ein wichtiger Partner wird dabei für Hamburg die SCHURA sein, da in ihr nicht nur Imame türkischer Herkunft vertreten sind, sondern auch aus anderen islamischen Ländern. Die Angebote sind auch an Moscheen gerichtet, die nicht Mitglied in der SCHURA sind, wie z.B. den VIKZ (Verband Islamischer Kulturzentren) und die DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion). Das IWB erhofft sich dadurch, einen Beitrag bei der Entwicklung von Konzepten für die Moscheepädagogik zu leisten.
Kirche
a) Fortbildung für GemeindepädagogInnen:
In Deutschland leben die Muslime in einer vom Christentum geprägten Gesellschaft. Auf der anderen Seite begegnen Christen immer mehr Muslimen in ihrem Alltag. Den Gläubigen beider Religionsgemeinschaften ist gemein, das sie sich in einer Säkularisierten aber auch multireligiösen, -ethnischen und -kulturellen Gesellschaft befinden. Begegnungen sind häufig von Vorurteilen und Unsicherheiten geprägt, aber auch von einer großen Neugier. Was machen Muslime in einer Moschee? Warum tragen Musliminnen ein Kopftuch? Glauben Muslime und Christen an denselben Gott? Viele Fragen bleiben unbeantwortet, andere Fragen ergeben sich erst aus Gesprächen. Es ist jedoch ein sehr schwieriges Unterfangen, das angesammelte Medienwissen zu ordnen und angemessen weiterzugeben. In Veranstaltungen, wo der „Dialog“ der Menschen im Mittelpunkt steht, werden Grundlagen des Dialoges erörtert und zentrale Themen diskutiert, welche die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Christentum und Islam deutlich machen und welche als Basis für das friedliche Zusammenleben notwendig sind. Dabei geht es auf der einen Seite um die kompetente Beantwortung von Fragen, die Christen schon immer an Muslime stellen wollten und im Speziellen um das Gottesverständnis und das Menschenbild bei Christen und Muslimen. Des weiteren geht es darum, was Christen und Muslime unter „Religion“ und was sie unter Bibel und Koran verstehen. GemeindepädagogInnen könnten in der Fortbildung Antworten auf ihre konkreten Fragen bekommen, Hilfsmittel für ihre praktische Arbeit mitnehmen sowie Methoden für den Umgang mit interreligiösen Situationen lernen. Ein wichtiger Punkt ist auch das Erkennen von (z.B. kulturellen) Problemen und die Bewältigung von Konflikten.
b) Fortbildung für PastorInnen/PfarrerInnen
Da PastorInnen/PfarrerInnen, ähnlich wie die Imame in Moscheen, in ihren Gemeinden eine Vorbildfunktion haben, ist es äußerst wichtig, das sie über den Islam aufgeklärt werden. Sie sollten lernen, was in der islamischen Gemeinde in ihrer Nachbarschaft passiert, um mit den Ängsten (z.B. vor Überfremdung) in ihren eigenen Gemeinden besser umgehen zu können. Die Fortbildung kann sie befähigen, in den Dialog mit der Nachbarmoschee zu treten und darüber hinaus eine „Dialog-Partnerschaft“ zwischen Moscheen und Kirchen zu fördern, z.B. das sich die Gemeinden zu bestimmen Anlässen gegenseitig einladen (siehe Advent-Ramadan, Friedengebete) oder gemeinsame Dialogveranstaltungen organisieren, die abwechselnd in einer Kirche und einer Moschee stattfinden können. Wie aber können Pastoren und Pfarrer für einen besseren Dialog mit Muslimen und vor allem mit den Moscheegemeinden in ihrer unmittelbaren Umgebung vorbereitet werden?
Dialogveranstaltungen in christlichen Einrichtungen, wie z.B. in Akademien, geben wichtige Impulse für das friedliche Zusammenleben. Ein Ort für die Vorbereitung auf eine kontinuierliche Zusammenarbeit bis hin zu „Dialog-Partnerschaften“ zwischen Kirchen und Moscheen existiert jedoch noch nicht. Hier bietet sich das IWB als Vermittlungspartner an. Dabei sind folgende Fortbildungsthemen möglich:
1. Bezogen auf die Theologien:
- Wie arbeiten geistliche mit den Quellen ihrer Religionen?
- Welches Gottverständnis haben Christen und Muslime?
- Welches Offenbarungsverständnis sie?
- Welches Religionsverständnis sie?
- Wie praktizieren sie ihre Religion?
- Wie sehen sie andere Religionen?
2. Bezogen auf die Arbeit in der Kirche bzw. Moschee:
- Wie wird man Pastor/Pfarrer oder Imam?
- Wie sieht ein Arbeitstag in der Kirche bzw. in der Moschee aus?
- Wie sieht eine christliche bzw. islamische Predigt aus?
3. Bezogen auf die Gemeindearbeit:
- Welche religiösen und sozialen Dienstleistungen werden angeboten?
- Wie läuft ein Konfirmanden bzw. Kommunionsunterricht ab?
- Wie läuft ein Korankurs ab?
Das IWB ist für alle weiteren Themenvorschläge offen.
Lernziele in der Fortbildung:
- In der kritischen Auseinandersetzung mit dem Anderen, sich selbst entdecken;
- Gemeinsames und Unterschiedliches erkennen und lernen, damit umzugehen;
- Erfahrungen aus der praktischen Arbeit austauschen und sich gegenseitig bereichern, ohne den anderen zu vereinnahmen;
- Förderung des Dialogs vor Ort und Schaffung von „Partnerschaften“ zwischen Moschee- und Kirchengemeinden.
Die Angebote sind auch offen für Vikarinnen und Vikare.
Öffentlicher Dienst
Ärzte haben und Krankenschwestern, -pfleger pflegen muslimische Patienten. Auch Behörden und Polizisten haben gelegentlich mit Muslimen zu tun. Muslime gibt auch in der Bundeswehr. Politiker sind auch von Zeit zu Zeit mit Themen beschäftigt, die die Muslime betreffen. Vor allem Journalisten, die über Islam und Muslime berichten, sollten für dieses Thema sensibilisiert werden. Aus diesen Gründen müssen diesen – und wenn nötig weiteren – Berufsgruppen bestimmte Grundlagen vermittelt und Besonderheiten erläutert werden, die sie im Umgang mit Muslimen beachten müssten. Vor allem geht es um den sicheren Umgang mit Menschen, die in den Fortbildungen vermittelt werden sollen. Dies geht nur, wenn Verständnisschwierigkeiten und Missverständnisse behoben werden. Auf der Fortbildung muss es erst um eine Bestandsaufnahme gehen, in der die TeilnehmerInnen einer bestimmten Berufsgruppe, ihre konkreten Fragen und Erfahrungen offen legen. Denn in allen Fortbildungsseminaren muss erst eine gemeinsame Basis zwischen Fortbildern, den Fortzubildenden sowie dem jeweiligen Thema geschaffen werden. Die TeilnehmerInnen sollen einerseits Möglichkeiten der Problemerkennung und Konfliktbewältigung lernen und andererseits nach den Ursachen dieser oder jener Frage suchen. Oft werden einzelne Handlungen von Muslimen mit „Islam“ oder eine bestimmte Volksgruppe (Türken) = Islam gesetzt. Besonders schwierig ist auf der einen Seite das Fehlen von fundiertem Sachwissen und auf der anderen Seite das Vermögen z.B. zwischen der islamischen Lehre und bestimmten landesspezifischen Traditionen zu differenzieren. Dies führt zu Pauschalisierungen, jedoch nicht zur Bewältigung von Konflikten.
Für die genannten Berufsgruppen bieten sich vor allem themenorientierte oder auch stadtteilorientierte Fortbildungen an.
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